Wie kam ich auf die Seefahrt
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Als 20 jaehriger Bursche habe ich mir eines Tages waerend der Arbeit ueberlegt, in welche Laender die Maschinen die ich zusammenbaute, exportiert werden. Ich wollte auch gerne in der grossen weiten Welt herumreisen. Aber wie stelle ich das an, ohne ein grosses Vermoegen (das ich nicht hatte und immer noch nicht habe) auszugeben. |
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Ich erinnerte mich an eine Schulreise in den Rheinhafen von Basel. Dort habe ich die Leute bewundert, wie sie emsig die Schiffe entladen oder beladen haben. Stahl, Kohle, Getreide, und vieles mehr. Die Matrosen haben auf den Schiffen Unterhaltsarbeiten gemacht und ein Kapitaen sass Pfeiffe rauchend auf einem Stuhl und las ein Buch. Das wollte ich auch machen, aber auf einem Hochseeschiff. |
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Im Hafen stand ein grosses Gebaeude, mit der Aufschrift "Neptun AG". Ich habe diese Firma angerufen, um zu Fragen ob sie Hochseeschiffe haben. Leider hatten sie nicht, aber die Sekretaerin gab mir den Tip, beim Schweizerischen Seeschiffartsamt in Basel anzurufen. Dort angerufen, erhielt ich eine Liste aller Reedereien die mit Hochseeschiffen arbeiten. Ich meldete mich bei den damals groessten Schweizer Reedereien "Suisse-Atlantique" und "Suisse-Outremer". Am naechsten Tag erhielt ich von Suisse-Atlantique ein Anmeldeformular, das ich am gleichen Tag ausgefuellt zurueck sendete. |
| Schon eine Woche später bekam ich ein Anruf von Suisse-Atlantique, dass ich sofort in Suedafrika anmustern kann. Ups! Das geht ein bisschen schnell. Ich habe noch eine Wohnung, ein Auto, keinen Pass und keine Impfungen. "Machen sie vorwaerts, sonst kommen sie nie aufs Schiff. Suchen sie einen Artzt, der erst vor kurzem eine Praxis eröffnet hat, der hat noch nicht viele Patienten und kann die Impfungen kurzfristig machen. Melden sie sich sobald sie bereit sind." So die Anweisungen des Disponenten. | |
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Es wird turbulent. Die Wohnung konnte ich frühzeitig kündigen, denn die Vermieterin hatte sofort einen Interessenten. Den Arzt mit der neuen Praxis habe ich schnell gefunden, und die Impfungen waren kein Problem. Das Auto bin ich auf spektakulaere Weise losgeworden. Auf einer vereisten Pfuetze kam das Auto ins Schleudern und "rasierte" ein paar Betonpfosten eines Zaunes ab. Beim letzten Pfosten hob der Wagen ab und machte einen 2 fachen Salto und kam wieder auf den Raedern zum stehen. Zum Glueck wurde niemand verletzt, "Heja Volvo". Aber es war fuer alle ein gewaltiger Schock. Das Auto war nur noch Schrott wert. Militaerurlaub beantragen Militärausrüstung abgeben Pass beantragen Bei der Gemeindebehörde abmelden. Formalitäten beim Seeschifffahrtsamt erledigen |
| Ich meldete der Reederei, dass ich reisebereit bin und als Matrose auf ein Schiff moechte. "Sie sind Maschinenschlosser von Beruf, bei uns werden alle mit einem mechanischen Beruf im Maschinenraum beschaeftigt. Sie koennen als Reiniger anfangen und spaeter aufsteigen bis zum Maschinenoffizier"! Aeeh... ok, dann gehe ich in die Maschine. Ich erhielt einen Vertrag, der mich verpflichtete mindestens 9 Monate als Reiniger auf der "MS Lavaux" anzuheuern. 2 Tage spaeter erhielt ich ein Flugticket nach Boston. Mein Herz klopfte bis zum Hals. Ich bin noch nie geflogen. Alles kam auf einmal zusammen, das erste mal Fliegen, das erste mal auf einem Schiff und alleine durch die weite Welt. Aber von mir aus kann es losgehen, es wird schon schief gehen. |
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| Es kamen noch zwei andere auf die "MS Lavaux". Einer flog direkt von Genf nach Boston. Mit dem anderen habe ich mich am Flughafen in Zuerich verabredet. "Warte einfach in der "ByBy Bar" wir treffen uns dort" sagte er. |
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Die Abreise. Bis kurz vor Abreise habe ich ein-, aus- und wieder eingepackt. Am Ende reichte die Zeit nicht mehr zum Bahnhof. Also mussten mich meine Eltern zum nächsten Bahnhof fahren um den Zug noch abzufangen. Ich konnte gerade noch aufspringen, und schon fuhr er los. Zum richtig verabschieden war keine Zeit mehr. Das war schon ziemlich heftig. |
| Aber jetzt hat mein Abenteuer begonnen. Keine Zeit um zurück zu schauen, meine Gedanken waren schon beim Flughafen. Was muss ich alles machen? Wo muss ich überall hin, und werde ich den anderen Seemann treffen? Da kam der Zugschaffner und wollte den Fahrschein sehen. Ups ich hab ja gar keinen! Jetzt begannen die grossen Diskussionen. "Wieder ein Schwarzfahrer" triumpfierte er. Als ich meine ganze Geschichte erzählt hatte und ihm klarmachte, dass ich ja ein Fahrschein bei ihm kaufen würde, gab er mir einen mit happigem Aufpreis. Was früher zu Diskussionen führte, ist heute kein Thema mehr, nur der Aufpreis ist noch hoeher. |
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